Corporate Design (CD)

Ein Corporate Design (CD) hat zum Ziel, einer Firma und ihren Produktmarken ein einheitliches und glaubwürdiges Auftreten zu geben. Das visuelle Erscheinungsbild soll nicht in erster Linie schön aussehen, sondern die (wohl meist positiven) Werte einer Marke weitergeben und so Vertrauen schaffen.

Vereinfacht gesagt besteht jedes Corporate Design aus drei Elementen: dem Fundament, den Basiselementen und den Anwendungen. Ebenfalls vereinfacht gesagt werden diese schrittweise in einem mehrphasigen Prozess erarbeitet.

In Tat und Wahrheit werden benachbarte Phasen jeweils mehrmals durchlaufen, und ihre Ergebnisse werden dabei immer wieder angepasst und verfeinert. Doch das obige Diagramm zeigt richtig auf, wann welche Schwerpunkte gesetzt werden: Phase eins und zwei liefern das Fundament, Phase drei die Basiselemente und Phase vier alle Anwendungen.

Die Positionierung

Als Erstes werdet ihr an der Positionierung eurer Firma arbeiten. Sie hält fest, was diese einmalig und stark macht.

Im Wesentlichen müsst ihr euch über folgende Punkte Klarheit verschaffen:

  • Eure Vision: Was wollt ihr erreichen? Die Vision definiert euer ideales Ziel. Sie verbindet, motiviert und vereint euch, und gibt eurem Handeln Sinn.
  • Eure Mission: Wie wollt ihr das erreichen? Die Mission beschreibt eure Strategie und allenfalls einige ersten Schritte eures Plans, mit denen ihr eure Vision umsetzen wollt.
  • Eure Werte: Wie wollt ihr euch verhalten? Was definiert eure Kultur? Mit den Werten haltet ihr den Wesenszug eurer Organisation fest, was euch auszeichnet, welchen Idealen ihr folgt und welche Haltung eurem Handeln zugrunde liegt.
  • Euer Kundennutzen: Was hat jemand davon, wenn er mit euch Geschäfte macht? Mit dem Nutzen entdeckt ihr, welcher Vorteil oder Gewinn für eure Kunden entsteht, wenn sie sich für euch und nicht für einen eurer Konkurrenten entscheiden.

Auch geklärt wird oft eure Weltsicht, die aufzeigt, wo eure Firma und ihre Marken in Bezug zum Markt und euren Konkurrenten stehen.

Der Markenkern

Endlich wird es jetzt wieder„ designiger“: aus dem Saft der Positionierung wird nun der Markenkern destilliert und dann visualisiert.

Dazu wird zuerst die Vision um eine Kernaussage erweitert, die deren Essenz enthalten soll. Die Kernaussage soll anstelle der Vision treten können und bildet dann zusammen mit den Werten und dem Kundennutzen den Markenkern.

Die Agentur wird nun den Markenkern mithilfe von Moodboards, Logoentwürfen, Illustrationen und Fotos visuell interpretieren und damit die Brücke von der Strategie zur eigentlichen Gestaltung schlagen. Ihr werdet verschiedene Ansätze mit der Agentur diskutieren, verfeinern und verwerfen.

Haben die Entwürfe genug Tiefgang?

Ziel des Ganzen ist es, eine glaubhafte Sammlung von Eindrücken, Ideen und Stimmungen zu finden, die dem Markenkern entsprechen. Weniger wichtig hingegen ist, ob ein Ansatz, eine Farbe, eine Schrift persönlich gefällt oder nicht.

Ich stelle immer sicher, dass ich die Gedanken und Konzepte hinter einer Gestaltung erklärt erhalte und auch verstehe. So kann ich besser einschätzen, ob eine vorgeschlagene Linie eine gewisse Tiefe erreicht oder ob sie „nur mal so eine Idee“ war. Eine tiefgründigere Lösung wirkt auf verschiedenen Kanälen und unter unerwarteten Umständen länger glaubhaft. Sie wirkt stärker und überzeugender.

(Quelle: http://t3n.de/news/geht-corporate-design-leitfaden-656540/)